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Die Zehn-Cent-Frage bei McGeiz

In Feuilleton, Kolumne, Wirtschaft on Dezember 20, 2008 at 5:40

oder   Ist eine bessere Welt mit gentrifizierten Handelsketten möglich?

Es gab einmal eine Zeit, in der man sich nicht als Aldi-Einkäufer outen konnte, ohne sich der abschätzigen Blicke und mitleiderfüllten Beileidsbekundungen der Gesprächspartner sicher sein zu können. Diejenigen, denen man diese Information oft lapidar im Gespräch mitteilte, waren nämlich leidenschaftliche Tengelmann-Käufer und damit die geistigen Brandstifter der Bionade-Spießer in den Studentenvierteln unserer Städte. Aldi galt als Inbegriff und Lebensmittelpunkt eines intellektuell sowie finanziell minderbemittelten Milieus, das man nie sein wollte und – was ein Glück – auch nie sein würde, denn die Altbauwohnung in St.Pauli oder Düsseldorf (Prenzlauer Berg war damals zu dreckig) und die Cafes mit all den schönen Menschen darin würden einem schon helfen, niemals diesen Point-of-no-Wiederaufstieg zu erreichen. Dazu gehörte natürlich einiges an Eigeninitiative, zum Beispiel den verpönten Aldi-Markt und seine asozialen Kunden zu meiden.

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