#13 Blond, Branding, Trendwenden Die Generation der Imagologen Eine Generation, der es nur um das Image geht, um Oberflächlichkeiten, nicht um Meinung und Inhalte. Wie schrecklich morbid und dekadent wir sind. Nein, sind wir nicht. Denn das ist nur die halbe Wahrheit. In unserer Manipulierbarkeit ist uns auch eine Chance in die Wiege gelegt worden. Um dies nachvollziehen zu können, muss man auch den Gegner und den Siegeszug der Image-manie über ihn verstehen.
#12 Da real kids in da real hood „…Deiner Mutter in den Arsch…deiner Mutter in den Arsch“ tönt es, unterlegt von hammernden Beats, aus einem offenen Fenster im zweiten Stock, während ich gerade im Garten damit beschäftigt bin, die Wäsche abzunehmen. Tja, so ist das halt hier – im Problemviertel, im Ghetto – wo jene wohnen, die so wenig zu verlieren haben, dass ihnen selbst die schlimme Musik, die sie hören müssen, egal ist.
#11 Belbourne in Melbourne oder: Der Geist des Kapitalismus. In seinem ersten Artikel als Auslandskorrespondent in Australien berichtet Steph Belbourne von einer Konfrontation mit dem dortigen Wirtschaftssystem. Eine Erzählung, die zeigt, wie der etwas liberale Kapitalismus in Down Under und wie Steph Belbourne funktioniert.
#10 Ich arbeite, also bin ich. Immer redet man über das Wetter. Oder über Arbeit. Und meistens kommt diese schlecht weg im SmallTalk Gespräch morgens im Bus oder der Bahn. Doch wenn man sich nicht über Arbeit unterhalten würde, worüber dann? Würde man sich überhaupt in ein Gespräch verwickeln? Arbeit schafft soziale Situationen. Bei Mama zu Besuch oder neben dem alten Klassenkamerad an der Ampel hilft sie uns gegen das verlegene Herumgedruckse. ‘Und wie läuft es auf der Arbeit?’ hat schon manch verklemmte Situation gelöst.
#9 Die miese Gruppe und der Padus Steph Belbourne über die Grausamkeit und Unnötigkeit von Gruppenarbeiten Ich sitze vor meiner Hausarbeit; und vor Wut kollabiert mir gleich mein Padus[1]. Warum es zu diesem äußerst schmerzvollen und unschönen biologischen Desaster kommen könnte, liegt einzig und allein an meiner Seminargruppe. Es ist Mittwoch Abend, morgen Mittag ist finaler Abgabetermin der Arbeit, und meine lieben Mitglieder haben sich in unerreichbare Anonymität geflüchtet, sind komplett untergetaucht, nachdem sie mir gestern endlich ihre jeweiligen Teile zuschickten, derer ich nun Herr werden muss, da meine Aufgabe darin besteht, selbige Teile in ein wunderschönes Ganzes zu verwandelt.
#8 Der Sprung in kalte Wasser Wächterhäuser – Nische oder Konzept gegen den Leerstand im Altbau Bevölkerungswandel, Abwanderung, 45 000 leerstehende Wohnungen allein in Leipzig, drei Viertel davon sanierungsbedürftig. Langjähriger Leerstand und Verfall prägen das Bild der Stadt, nicht zuletzt seiner Hauptverkehrsstraßen. Im Oktober 2004 schlossen sich u.a. Geographen, Stadt- und Regionalplaner, Bauingenieure und Landschaftsplaner zum Verein Haushalten e.V. zusammen. Ziel des Vereins ist es, städtebaulich und baukulturell bedeutsame Gebäude, die vom Abbruch bedroht sind, zu erhalten. Am Beispiel eines dieser Wächterhäuser wird das Konzept näher betrachtet.
#7 Unsozial im Schwimmbad. Wo der Autismus bleibt. Der Mensch gilt als soziales Wesen. Seine Normen und Verhaltensregeln wurden und werden ihm durch Sozialisation eingebläut, deren Früchte im alltäglichen Leben zu Boden plumsen. Doch kann der Mensch im Alltag seinen sozialen Schatten aufgeben? Als Untersuchungsraum wählt Steph Belbourne die donnerstäglichen Trainingsstunden in der Schwimmhalle, ein Ort, in dem sich jede soziale Beziehung beim einsamen Ziehen einer Bahn auflösen müsste.
#6 Die Zehn-Cent-Frage bei McGeiz oder Ist eine bessere Welt mit gentrifizierten Handelsketten möglich? Es gab einmal eine Zeit, in der man sich nicht als Aldi-Einkäufer outen konnte, ohne sich der abschätzigen Blicke und mitleiderfüllten Beileidsbekundungen der Gesprächspartner sicher sein zu können. Diejenigen, denen man diese Information oft lapidar im Gespräch mitteilte, waren nämlich leidenschaftliche Tengelmann-Käufer und damit die geistigen Brandstifter der Bionade-Spießer in den Studentenvierteln unserer Städte.
#5 Typisch Zonenschicksal? Generationen, Milieus und die Wende in Clemens Meyers Geschichten. Der Roman “Als wir träumten” des Leipziger Autors Clemens Meyer bot vor zwei Jahren viel Stoff für einen Feuilleton-internen Diskurs über Authentizität und reale Lebenspraxis im grauen Osten. Das gleichnamige Theaterstück wurde im April 2008 uraufgeführt. Seit dem 4. Dezember nun nimmt das re-organisierte “Centraltheater” in Leipzig das Stück als Koproduktion mit dem Maxim-Gorki-Theater Berlin wieder in sein Programm auf.Grund genug also, die Debatte über ostdeutsche Lebenswelten wieder zu beleben. Ein Essay betrachtet an dieser Stelle am Beispiel von Meyers Protagonisten den Mythos “Wendegeneration” und unterzieht die proklamierten ostzonensozialisierten Akteure in der Realität einem kritischen Blick.
#4 Überkonform als Zeitgeistbesetzer – Eine Strategie für Markt- und Hausgebrauch Populärkultur fordert einiges ab vom Standardkonsumenten. Stellt sich die Frage wie man es am besten bewältigen sollte und vor allem wie man nicht nur seinen Teil am Konsum beiträgt, sondern auch noch anderen Leuten seine Konsumansichten aufzwängt. Das Produzent – Konsumentverhältnis einmal überdacht. Gerade in Zeiten der kommenden Kulturkrise ein schöner Leitfaden.
#3 Der analoge Konservatismus In der ZEIT (Nr. 48, 20.11.08 ) erschien im Politikteil ein Artikel von Susanne Gaschke, der in dieser Weise nicht unkommentiert stehen gelassen werden darf. Der Text trägt den Titel „Die digitale Erlösungslehre“ und setzt sich zum Ziel, die angebliche Verführung durch das Internet und deren schlimme Folgen für die Gesellschaft aufzudecken. Als Replik darauf soll mit diesem Beitrag versucht werden, diese Warnung vor “Verführung” zu entlarven als das, was sie ist: Eine Strategie des bildungsbürgerlichen Konservatismus, dessen Intention es ist, die Hegemonie und Exklusivität der (Hoch-)Kultur des eigenen Milieus vor der Partizipation breiter Bevölkerungsteile durch das Internet zu schützen und zu bewahren.
#2 Geschichte, Räume. Szenerien ad Abstractum Geschichtsschreibung ist seit dem letzten Jahrhundert einer der Begriffe, die sich einem konstanten Wandel unterwerfen müssen. Jeder mittelmäßige Denker hat seine eigene Definition aufgestellt und ist dennoch nicht zu irgendeinem haltbaren Ergebnis gelangt. Hier soll versucht werden, den Begriff komplett aufzulösen und ihn gleichzeitig ein weiteres Mal umzudeuten. Als Polemik, in der ganzen Streitbarkeit, die ihm inne wohnt.
#1 Die Macht des Mythos – Ein alternder Superheld auf dem Weg der Menschwerdung Superhelden sind zumeist unantastbar. Aber was macht sie aus, was machen sie, wenn sie mal nicht die Welt retten oder besser was wenn sie alt werden? Und wie reflektieren sie eigentlich darüber?




