Das Online-Feuilleton für Politik, Kultur, Kunst und Alltag

Der Fluch Obamas

Die Hoffnung der Welt ruhte auf Obama, Wahlumfragen in Teilen Europas zeigten die breite Zustimmung für diesen Mann und seine Prophezeiungen. Auf ihm ruhte nicht nur Hoffung, die provokante Außenpolitik Amerikas zu besänftigen, man ließ sich von „Change“ und einer rosigen Zukunft mit einem vernünftigem und fairen Amerika umsäuseln. Doch gerade dieses neu gezeichnete Bild der Weltmacht könnte die vielleicht bedeutendste globale Bewegung betäuben und im Keim ersticken.

Im Schatten der aggressiven Bush-Regierung und dem Zusammenbruch des (amerikanischen) Finanzsystems formte sich ein globaler Konsens gegen Amerika heraus, zum einen, um, wie im Falle Chinas, Macht zu gewinnen oder ausbauen zu können, aber auch, um den vom Amerikanischen Neoliberalismus dominierten Finanzsektor zu regulieren und die globalen Kontrollinstanzen zu stärken. De facto Machtentzug für den republikanischen Staatenbund.

Unter einem konservativen Regime das mit seiner Außenpolitik genauso aggressiv bzw. offensiv verfahren würde, würde sich dieser Widerstand nicht nur regen, sondern auch zu einer globalen Allianz herausformen können, indem die bestehende Allianz der UNO als Konterpart und internationale Regulierungsinstanz gestärkt würde.

Nun ist da jedoch Obama. Man weiß noch nicht, wie genau sein politischer Stil sich gestalten wird, kündigt sich ein Stil der Verhandlung und des Gespräches an, ist das Untergang des internationalen Traums und der Fluch der Demokratie. So ehrbar und demokratisch dieses Verhalten beurteilt werden kann, so bedacht es auch bewertet werden kann, wird es doch die Beibehaltung der Hegemonie des amerikanischen Einflusses zum Ziel haben, denn darauf beruht die amerikanische Außenpolitik seit 1945, und es scheint nicht, dass Obama dies ändern möchte – er ist Amerikaner, er ist Präsident, er ist präsent. Vor Allem: der amerikanische Haushalt hängt davon ab.

Mit seinen hohen Ausgaben kann sich der Amerikaner nicht leisten, die Vorherrschaft auf dem Weltmarkt einzuschränken. Ob Bush, McCain oder Obama, alle werden sie das wissen. Nur dass Obama eventuell einen Kurs der Beruhigung einschlagen könnte.

Eine starke Allianz internationaler Staaten wird daran scheitern, da ihnen der Grund, gewissermaßen der Reiz, zur eigenen Aggregation und Gruppierung fehlt.

So könnte Amerika seine Vormachtstellung nicht unbedingt an Schwellenländer wie Russland oder Indien abgeben, sondern in eine neue Phase der Dominanz treten. Wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, als sich die Frage nach einer neuen Ordnung stellte, heißt es auch heute: UNO, vergiss es!

Wie Schade, dass Bush nicht so machtgierig wie die russische Führungsetage ist. Hätte er seine Amtszeit gesetzlich um 2 Jahre verlängert (mal ausgeschlossen, dass er das leider sowieso nicht durchs Parlament bekommen hätte), würde der internationale Protest wohl eskalieren. Die UNO hätte als Sieger aus diesem Gedankenspiel hervorgehen können. Doch auch dieses Mal wird sie nur zuschauen können und in der eigen en Verschränkung ersticken, bis dann doch der große Bruder Amerika die Welt aus dieser Verwirrung rettet.

MB

  1. Also ich bin mir doch recht sicher, dass man doch weiß, wie Obama seine wirkliche Amtszeit gestalten wird… man lese mal dieser Buch über seine Wahlkampfstrategie: http://prodialog.org/content/publikationen/buecher/obama bzw. alternativ das hier http://www.welt.de/politik/article2657010/Die-zehn-Erfolgsstrategien-des-Barack-Obama.html und denke das Ganze einen Schritt weiter, dann kann man sich schon vorstellen, wie das Ganze weitergehen wird.